Militärdiktatur

Die brasilianische Militärdiktatur. Nach der Vargas-Diktatur der 1930er Jahre erlitt Brasilien schon kurze Zeit später einen erneuten Einbruch seiner demokratischen Strukturen.

1964 putschte sich das Militär unter der Führung Humberto Castelo Brancos an die Macht und beendete so jäh die Regierungszeit des linksgerichteten Präsidenten João Goulart. Noch im gleichen Jahr wurde Castelo Branco zum ersten Präsident der Militärdiktatur gewählt, die sich ganze 21 Jahre an der Macht hielt. Das 1967 verabschiedete Nationale Sicherheitsgesetz (Lei de Segurança Nacional) ermöglichte es, noch gezielter gegen politische Gegner vorzugehen. Linke Oppositionelle wurden so systematisch verfolgt, ermordet oder kamen in überfüllte Gefängnisse wie etwa in das Gefängnis auf der Ilha Grande.

Wie so oft bei repressiven Regimes florierte auch unter dem Militär in Brasilien die Wirtschaft - jedoch unter verheerenden, sozialen Folgen. Durch den Bau symbolischer Prestigeobjekte wie etwa die Niterói-Brücke in Rio de Janeiro oder zahlreiche Autobahnen verschuldete der brasilianische Staat sich immens. Mit dem Nachlassen des Wirtschaftsbooms kam es schließlich in den 80er Jahren zu einer langsamen Öffnung (abertura) Brasiliens. Die harsche Repression der ersten Jahre flaute allmählich ab und freie Wahlen wurden wieder zugelassen. Nach dem Wahlsieg des demokratischen Kandidaten Tancredo Neves 1985 konnte das brasilianische Volk schließlich das Ende der Militärdiktatur feiern.